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Dienstag, 28. August 2012

Väterdiskriminierung im Kochbuch

"Kartoffelecken - Die mögen auch die Papas gerne" (Baby-Ernährung, Barbara Dohmen, Trias-Verlag, 2010)

Na prima, Frau Dohmen (oder ist der flotte Spruch vom Verlag?). Mein Mann, der Vater meiner Tochter, mag auch: Gemüsesuppe (ja, darf man auch Minestrone nennen, ist aber trotzdem trotzdem Gemüsesuppe), Grünkernsuppe, Fladenbrot, Polenta (die mag meine Tochter nicht), Couscous, Reis mit "Pünktchen" (Gemüse), Blinis (vermute ich), Kartoffelpuffer (mit oder ohne Karotten und Nuss), Hirsebälle, Spinat mit Reis, Falafel, Kartoffelkuchen, Kartoffelpüree (ohne Erbsen, die soll er nicht essen), Ratatouille (wg. Zuchinigehalt bei mir nicht so beliebt), Wirsing, Porree, Spinat, Gemüse im Backteig (sorry, "Gemüsetempura"), Wok (sehr lecker, wenn Herr Tagge wokt), Lauchtorte, Gemüserisotto ...

Und er macht Aufläufe, für die ich ihn glatt nochmal heiraten könnte. (Zur Zeit kocht er auch häufiger als ich, deswegen habe ich die Inspiration aus dem Buch bisher noch nicht so häufig gebraucht wie gedacht).

Weitere direkt Väter-diskriminierende Stellen sind mir jetzt nicht aufgefallen ... die Themen zu Ernährung usw. wirken auf mich informierten Laien korrekt und auch verständlich.

Samstag, 17. März 2012

Stillräume und ein Rant auf Stillkleidung in passender Größe (Rückblick)

"Ist nicht die ganze Welt ein Stillraum? Darf und soll frau überall stillen? Und wenn ja, will sie das überhaupt?" fragt Feminist Mum.

Ich habe jetzt nicht überall immer öffentlich gestillt, weil ich nicht dermaßen viel mit Kind unterwegs war, aber es waren doch ein paar öffentliche Orte.

Im Sommer ein paar mal in einem Café mit Freunden, eine davon auch eine stillende Mutter. Einmal im Hochsommer mitten in der Stadt in einem Brunnenhof. Da war das Kind noch klein und hat sich kaum ablenken lassen, brauchte aber auch spätestens nach 2 Stunden was zum Futtern. Einmal in einem Biergarten. (Bei Freunden und Familie zähle ich jetzt nicht als öffentlich).

Im Auto - zählt das als öffentlich?

In einem Möbelgeschäft in einem "Still- und Wickelraum". Der Sessel in diesem Wickelraum war unbequem und für den Zweck nicht passend. Den hat keine Mutter ausgesucht (und auch sonst keiner, der mal über das Bedürfnis genauer nachgedacht hat). Mein Kind war da allerdings schon sehr leicht abgelenkt, deswegen habe ich mir nicht einfach ein bequemeres Möbelstück in diesem Möbelhaus ausgesucht ...

Je größer sie war, desto leichter ließ sie sich ablenken ("Ich kann den Kopf schon gut bewegen. Oh, toll da passiert etwas Spannendes, lass mich mal schauen ... dafür muss ich jetzt nicht loslassen, oder? Nein, also ein übergelegter Schal, das stört mich jetzt aber wirklich, Mama. Nochmal ankoppeln. Und wieder abkoppeln, und wieder ankoppeln").

Das letzte Mal öffentlich Stillen war bei uns im November. In einer S-Bahn. Kind hatte sich fürchterlich aufgeregt (im Nachhinein war es vermutlich zu warm und wir hatten nicht genug ausgezogen von der Winterkleidung. Und laut war es auch und ungewohnt, auch wenn wir gelegentlich schon S-Bahn gefahren waren). Am Ziel war schon eine Löffel-Fütterung eingeplant. Aber für Gläschen unterwegs war die Aufregung viel zu groß. Und dann hatte ich die Wahl: Kind schreien lassen? Oder doch noch mal auspacken (also erst mal die Mama aus vielen Schichten Winterkleidung um dann das T-Shirt hochzuziehen ...). Hat geholfen gegen das Schreien. Weil es nicht wirklich eingeplant war, war es leider auch öffentlicher als ich mir das jetzt so ausgesucht hätte. Die anderen Passagiere waren glaube ich eher froh, dass der Lärm effektiv bekämpft wurde ("die Arme muss jetzt ran, aber sie tut was"). Blickkontakt hatte ich allerdings nur mit einer anderen Frau :-)

Hört man ja immer "Man sieht fast nichts bei passender Stillkleidung."

Ha ja. Das wäre ja schön. Passende Stillkleidung. Stillen verursacht ja bekanntlich größere Oberweiten. Manche Frau freut sich darüber. Schön für sie. Nicht schön für mich, ich hatte vorher eigentlich schon genug (nicht zu viel, aber genug) ... ja, und dann gibt es halt einfach keine Stillkleidung, wenn die Kleidergröße bei Oberteilen mal um 2 Größen größer wie sonst ist. Ich war reichlich verblüfft. Schwangere und Stillende gibt es nicht in etwas größeren Größen, jedenfalls nicht, wenn man den Kleiderproduzenten glaubt. Kleiner Tipp: Wenn Du Oberteile in Größe 42 oder 44 trägst, als Schwangere oder Stillende wird das sicher 46, 48 oder 50 ... werde einfach nicht schwanger, das ist nicht vorgesehen. Wir haben hier nur hippe Schwangere und Stillende bis 44 (maximal 46).

Folglich bestand meine äußere Stillkleidung aus billigen T-Shirts vom Discounter in zwei Größen größer wie sonst (darüber dann Wolljacke oder Fleecejacke, wenn das Wetter es nötig machte), der Latz der alten Schwangerschaftshosen bedeckte wenigstens den Bauch (Hosen von C&A, da darf die angehende Mutter gleich schon Flicken üben, bevor das Kind auf der Welt ist). Denn alle Baby- und Müttermodengeschäfte der Stadt und des Internets (die ich gefunden hatte) hatten nichts passendes (leider verloren, liebe Textilbranche, ich hätte für ein paar ansehnliche Oberteile schon ein paar Euro ausgegeben).

Inzwischen gibts für mein Kind normalerweise (wenn sie nicht krank ist) nur noch morgens und abends Muttermilch. Zuhause. Ohne größere Ablenkung. Naja, jedenfalls nur der Ablenkung, die da eh schon da ist (Mama bewegt sich. Kind niesst. Mama hustet. Kind hustet. Mama niesst. Mama blättert um. Mama hat EINE ZWEITE MILCHQUELLE!). Jetzt hat sie Zähne. Und geschickte Hände mit denen man Greifen und Zwicken kann. Da will ich kein abgelenktes Kind ... (und wenn wir ausser Haus müssten, würden wir es folglich deswegen nur sehr ungern öffentlich tun). Schöne Stillräume, gibts die überhaupt? Ich habe noch keinen gesehen in meiner Stadt. Genauso wie für passende Stillkleidung habe ich zum Glück keinen Bedarf mehr.