Donnerstag, 8. September 2011

Equally Shared Parenting (die Theorie)

"Nur" Mutter? Hausmann? Rabeneltern die ihr Kind abschieben? Wollten wir alles nicht sein ... aber muss man auf Familie verzichten, wenn man sich nicht in eine dieser Schubladen stecken lassen will?

Unser Plan: wir teilen uns das auf, "Equally Shared Parenting".

Gleich aufgeteilte Elternschaft? Dieser schöne amerikanische Begriff, zu dem es natürlich auch ein Blog und ein (IMHO ganz gutes) Buch gibt, ist schwer zu übersetzen.

Das Konzept: Beide Eltern investieren die selbe Zeit in das "Eltern sein", in Hausarbeit und in ihr Erwerbsleben. So können beide einen Anker im Berufsleben behalten ohne darauf zu verzichten, das Aufwachsen ihrer Kinder zu verpassen.

Einmal ist es natürlich sicherer wenn beide im Beruf bleiben. Wenn keiner aus dem Beruf aussteigt, kann jeder im Notfall die Familie alleine versorgen. Nach längerer Familienpause ist ein Neueinstieg schwierig und die Bezahlung ist meistens viel schlechter. Und wenn sich nach der Familiengründung einer in den Beruf zurückzieht und der andere nur noch Familienthemen um sich hat, wächst auch die Gefahr, sich auseinanderzuleben.

Jedenfalls ist es schön, einen Begriff für unseren Plan zu haben.

Der Plan: beide machen gleich viel Elternzeit. Er die ersten drei Monate voll, danach halbtags acht Monate. Sie die ersten sieben Monate voll (stillen lässt sich schlechter delegieren). Im fünften oder sechsten Monat fangen wir an, das Kind an die Kindertagesstätte zu gewöhnen. Und testen dabei, wie viel Zeit wir für die Familie brauchen. Und arbeiten dann beide erst mal Teilzeit - wie viele Stunden? Mal sehen. Hängt vom Kind ab.

Pluspunkte: Zwei entschlossene Eltern, zwei hilfsbereite Großeltern die in der Nähe wohnen und ein Platz in einer firmeneigenen Kindertagesstätte. Arbeit und Arbeitgeber erlauben flexible Arbeitszeiten und zum Teil auch Homeoffice. Bei der Jagd nach Staubratten hilft eine Putzfrau.

Ob das gelingt? Fragt uns in zwanzig Jahren - oder verfolgt dieses Blog :-)

Kommentare:

  1. Ich drück euch jedenfalls ganz fest die Daumen, dass es funktioniert!
    Dabei werdet ihr auch erstmal sehen, wieviel Familien/Kind und wieviel Arbeit man eigentlich so will. Das hat man ja meist freüher noch nie ausprobiert, höchstens theoretisch durchgedacht. Aber dann in der Situation zu sein, das ist sicher nochmal was anderes.

    Wie macht ihr es mit "Freizeit für mich allein"?
    Ich meine: eine gewisse Zeit in der Woche, wo man weder arbeitet noch auf das Kind aufpasst noch Hausarbeit macht? Also so richtig echte Frei-zeit? Damit das nicht untergeht?
    Ich glaube, um das würde ich mit am meisten fürchten in so einer Situation.

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  2. Das mit Freizeit so für einen alleine und auch Zeit für die beiden Erwachsenen als Paar ist natürlich auf die Dauer schon sehr wichtig. Wie gut das zur Zeit in der Praxis klappt und wo es hakt, schreibe ich warscheinlich demnächst ...

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